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Sabrina Niehenke

Studentin im Master Theologie und Kultur, Universität Osnabrück
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18. Januar 2013 Sabrina Niehenke

Sabrinas Gespräch

15. Juli 2012 Sabrina Niehenke

Vorab

Morgen werde ich nun also auf meinen Gesprächpartner oder meine Gesprächspartnerin treffen – einen Menschen mit einer lebensbegrenzenden Krankheit.
Den ganzen Tag schon frage ich mich:

Was erwartet mich?
Welche Geschichte hat dieser Mensch zu erzählen?
Was möchte ich fragen?
Habe ich Angst?
Wie werde ich danach denken? Werden meine persönlichen Überzeugungen der Konfrontation mit der Realität standhalten?

 

Durch das Studium bin ich es gewohnt, rational zu denken, wissenschaftlich zu arbeiten und die Fakten zu betrachten. Ist es vielleicht sogar gut, wenn ich verhältnismäßig nüchtern an die Sache herangehe und die Fakten betrachte?

Ich habe versucht mich auf das Gespräch vorzubereiten. Was sage ich zu Beginn? Wie verabschiede ich mich? Was möchte ich wissen? Ich habe gefühlte 100 Szenarien aufgebaut und wieder verworfen und beschlossen, dass es nicht planbar ist, was morgen passiert.

John Lennon hat einmal gesagt: “Life is whats happen to you while you’re busy making other plans.” Ich habe beschlossen, nichts zu planen. Ich wage den freien Fall, den Schuss ins Blaue. Ich habe auch keinen Plan B. Ich habe meinen Zugfahrplan, mehr nicht.

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5. Juni 2012 Sabrina Niehenke

Ein Rückblick mit Abstand

Ich bin dankbar, nicht weil es vorteilhaft ist,
sondern weil es Freude macht. Seneca

Nach einer zum Glück kurzen Heimreise habe ich erstmal eine Weile gebraucht um wieder daheim anzukommen. Alle Telefonate und Mails von lieben Menschen, die wissen wollten, wie es mir ergangen ist, habe ich erst einmal abgewimmelt. Zu frisch und emotional beladen waren die Eindrücke vom Wochenende.Nun, mit etwas Abstand, fällt es mir leichter, meine Gedanken zum Wochenende zusammenzufassen.
Als ich am Freitagmittag in Osnabrück aufgebrochen bin, war ich zu meiner Überraschung ziemlich entspannt.Ich hatte damit gerechnet, dass ich aufgeregt und nervös sein würde. Schließlich sollte ich am Wochenende mit 29 fremden Menschen auf engem Raum intensive Erfahrungen machen. Aber gerade diese räumliche Nähe zu den anderen Teilnehmern war eines der vielen Dinge, die ich als bereichernd und gut empfunden habe. Das gegenseitige Aufeinanderachten und die Umsichtigkeit aller hat mich sehr begeistert. Einen herzlichen Dank an euch alle!

Ich sollte jetzt beginnen, eine überlange Liste mit Menschen zu erstellen, denen ich für dieses Wochenende danken möchte, aber ich will mich kurzfassen.
Zunächst möchte ich die Familie der Patientin auf der Palliativstation erwähnen. Ohne Ihre Offenheit und Zugewandtheit hätten wir nicht die Erfahrungen gemacht, die wir machen durften. Vor dem Mut, uns einen Einblick in einen so intimen Moment zu geben, habe ich den allergrößten Respekt.
Ein zweiter Dank geht an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich so wunderbar um unser leibliches Wohl gekümmert haben.
Außerdem danke ich dem gesamten Team für die vielen Gedanken, die ihr euch im Vorfeld gemacht habt. Es ist euch wirklich gelungen uns alle zum Teil des Projektes zu machen und ich kann für mich sagen, dass das Projekt nun auch ein Teil von mir geworden ist.
Last but noch least geht ein großer Dank an alle lieben Menschen (Freund und Familie), die mich von zu Hause aus immer wieder geerdet haben. Eine nicht zu verachtende Kunst.

Das Gefühl mit dem ich nach Hause gefahren bin, war Dankbarkeit. Im Laufe des Wochenendes habe ich viele verschiedene Emotionen durchlebt: Angst, Mitgefühl, Aufregung, Hilflosigkeit, Ärger, Fröhlichkeit, Erschöpfung und, am Ende, Dankbarkeit.

Alles Liebe, Sabrina

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