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Denise Bradl

Schülerin
18 Jahre

5. Juni 2012 Denise Bradl

Ein Zeichen setzen!

Jetzt sitze ich hier, höre das Dröhnen des Alltages immer noch wie ein unheimliches Echo in meinem Kopf und komme wohl endlich zu mir, nach zwei Tagen, die mir eigentlich schon früher hätten die Zeit geben müssen, mich mit den Ereignissen des Wochenendes zu beschäftigen. Nun, wo ich hier sitze, kommt es wie eine Flut über mich und bestimmte Eindrücke überfallen mich noch einmal.

Eindrücke, von denen ich glaube, dass es mir hilft, sie hier nieder zu schreiben.

Als ich am Freitag in den Zug stieg, um das Projekt 30jungeMenschen mit dem Workshop richtig zu beginnen, war ich mir zeitweise noch gar nicht sicher, in was und wohin ich mich da aufmachte. Vorallem hatte mich die Woche seit der Auftaktveranstaltung am 24.Mai auch gewisse Zweifel hegen lassen, die durch Gespräche und Ansichten mit verschiedenen Menschen zuhause zum Thema Tod entstanden.
Auf welche Reaktionen stößt man in einem Umfeld, in dem das Thema Tod, wie auch in der Gesellschaft, doch eher im Hintergrund wie ein unbekannter Schatten wacht?
Ich traf auf Neugierde. Neugierde, aber auch Angst und Skepsis.

Dann saß ich im Zug, auf dem Weg ins Ungewisse, zu Menschen, die mir doch eigentlich völlig fremd waren.
Doch: Es waren die selben netten Menschen, vom Donnerstag zuvor, die mit Aufgeschlossenheit schon in der ersten halben Stunde mir bewiesen, dass es einfach richtig war, diesen Schritt zu wagen, mich mit dem Fernen zu konfrontieren.

Vorallem steuerten diese Menschen dort gegen meine unwohlen Gefühle, denn mir wurde bewusst, dass dieses Projekt – 30jungeMenschen mir nicht nur hilft mich selbst kennen zu lernen, nein, ich glaube, dass wir schon an diesem Wochenende – und mit wir meine ich die 29 anderen sowie das gesamte Team – ein ganz tiefes Zeichen für die Gesellschaft gesetzt haben!

Gemeint ist damit die Situation, in der uns die Angehörigen einer sterbenden Patientin erlaubten, uns kurze Zeit um das  Bett der Frau zu versammeln, um eine Minute zu ruhen und ihr Gedanken zu schenken.
Wir – Hand in Hand – um das Bett. In diesem Moment und auch Stunden später, war mir nicht bewusst, wie tief doch dieses Bild sein muss! Ja, Hand in Hand – das Sterben in unserer Hand.
 Es passiert HIER, in unserer Mitte und wir nehmen alle daran Teil. Das war für mich die Aussage dieses Momentes und ich habe das Gefühl, dass genau das ein wahnsinnig wichtiges Zeichen an und für die Welt ist!

Es geht mir noch lange nach, ich denke, hier wurde etwas Großes geschaffen.
Ich glaube, dass dieses Projekt verändert. Den Einzelnen wie vielleicht und hoffentlich auch die allgemeinen Gedanken!

Auch möchte ich auf diesem Wege noch einmal meinen Dank gegenüber den 29 tollen jungen Menschen aussprechen. Es sind die Geschichten hinter den Gesichtern, die mich immer noch bewegen, wenn ich hier nur allein mit der Maus über die Fotos fahre.

Ich sehe Dich!

Im Zug nach Hause kam ich mit einigen Leuten ins Gespräch. Jeder auf der Durchreise. Jeder auf der Flucht vor dem Alltag in die nächste Routine.
Und dann fragten sie, woher ich komme und ich erzählte es ihnen. So redeten wir lange über genau dieses Thema. Über Tod und Vergehen in einem rasenden Zug und ich lernte mehr und mehr Geschichten kennen.

Ich sehe Dich – und einander können wir überall kennenlernen!

Ich bin und bleibe fasziniert von den Tagen, die ich dort in Düsseldorf verbracht habe. Um ehrlich zu sein, fehlen mir eigentlich dann doch die Worte um das, was ich fühle auf den Punkt zu bringen.

Aber ich verändere mich mit jedem Schritt, den ich mit euch gehe! Danke dafür!

Wir setzen Zeichen für die Welt da draussen!

Das Leben schätzen, einander schätzen – denn die Menschlichkeit ist das, was am Ende zwischen allem Materiellen noch bleibt und dann, wenn wir verstanden haben, wie wichtig jeder Einzelne ist, dann erst kann der Tod ja vielleicht wieder in der Mitte der Menschheit statt finden…

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