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Jule Serway

Bestattungsfachkraft
22 Jahre

8. Juni 2012 Jule Serway

Fünf Tage / Zehn Tage

Fünf Tage sind nun seit dem Workshop-Wochenende vergangen.
Fünf Tage, in denen mich der Alltag wieder einholte.
Fünf Tage, in denen ich doch immer wieder mit den Gedanken zum letzten Wochenende zurückkehrte.
Fünf Tage, in denen ich die schönen Seiten des Lebens spüren durfte: Freundschaft – Liebe – Freude – Geborgenheit – Gesundheit
Fünf Tage, in denen ich durch meinen Beruf wieder mit der Trauer von Angehörigen um einen geliebten Menschen konfrontiert wurde.
Fünf Tage, die es nun weniger sind bis hin zu dem Gespräch mit einem sterbenden Menschen und dessen Angehörigen.

Heute kam die E-Mail mit den Informationen für das Gespräch. Nun sind es noch zehn Tage bis zum Interview. Es wird immer greifbarer… immer realer.
Und ich bin nervös!
Ich kann nicht genau beschreiben, weshalb ich nervös bin.
Vielleicht weil es eine völlig neue und ungewohnte Situation für mich ist mit einem Menschen zu sprechen, der weiß, dass er bald sterben wird.
Vielleicht weil ich nicht einschätzen kann wie dieses Gespräch verlaufen wird… weil ich es nicht im Voraus planen kann.
Vielleicht weil ich Angst habe, dass ich nicht weiß was ich sagen soll, oder dass ich zu viel sage, oder zu wenig.
Vielleicht weil ich nicht weiß, wie mich dieses Gespräch emotional berühren wird… wie es mein Gegenüber berührt.
Vielleicht weil ich denke, dass ich nicht gut genug vorbereitet bin auf eine solche Situation.

ABER:
Kann man sich an eine solche Situation überhaupt gewöhnen?
Kann man überhaupt einschätzen wie Gespräche verlaufen und diese im Voraus planen?
Kann man immer wissen was man sagen soll, ob man zuviel sagt oder zu wenig?
Kann man beeinflussen ob einen ein Gespräch emotional berührt oder nicht?
Kann man sich auf eine solche Situation überhaupt perfekt vorbereiten?

Ich denke, dass kann man nicht.

Zehn Tage, bis ich wieder in Düsseldorf sein werde.
Zehn Tage, bis ich meinen Gesprächspartner kennenlerne.
Zehn Tage, bis ich vielleicht weiß, warum ich letztendlich so nervös bin.

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4. Juni 2012 Jule Serway

Rückblick auf das Workshop-Wochenende

Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte.
(Michel de Montaigne)

Das in diesem Satz sehr viel Wahres steckt durften wir 30 jungen Menschen an diesem Wochenende hautnah erfahren!
Auch wir durften einen Abschied miterleben. Und ich sage bewusst „durften“.
Einen Abschied vom Leben.
Einen Abschied von der Ehefrau.
Einen Abschied von der Mutter und Schwiegermutter.
Einen Abschied von der besten Freundin.
Einen der intimsten, wenn nicht sogar der intimste Moment in dem Leben eines Menschen war für uns an diesem Wochenende so nah, so greifbar.
DANKE für die Offenheit und Ehrlichkeit die uns entgegengebracht wurde, obwohl wir uns alle nicht vorher kannten! Das ist unbezahlbar!

Aber nicht nur der Abschied, auch neue Kontakte, viele liebe und unglaublich interessante Menschen und gemütliche Abende gehörten zu diesem Wochenende.
Es war beeindruckend, wie schnell man mit völlig fremden Menschen so intensiv und so persönlich ins Gespräch kam! So etwas habe ich noch nie erlebt.
Das Workshop-Wochenende war eine tolle Erfahrung, an die ich mich sicher noch sehr lange zurückerinnern und aus der ich sehr viel gelernt habe, vor allem auch über mich selbst.

Ich bin gespannt wie es weiter geht und wirklich sehr sehr froh, dass ich an einem so interessanten und wichtigen Projekt teilhaben kann!

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