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Judith Mattern


4. Juni 2012 Judith Mattern

Noch einmal sprechen

Worte.
- Worte finden, für die gesammelten Erfahrungen.
Eine leichte Aufgabe? – Nein.
Eine schwere Aufgabe? – Nein.

Wieso ich mit mir hadere?
- Weil es schwer ist, so tiefe Emotionen zu umschreiben, zu beschreiben.
Es ist unglaublich, wie sich innerhalb weniger Stunden 30 sehr unterschiedliche Menschen zu einer familiären Gruppe zusammengefunden haben.
Tiefe Emotionen. – Die haben wir, so will ich meinen, alle empfunden.
Wir haben sie für einander übernommen.
Emotionale Begegnungen, die so vertraut waren, dass man meinen könne, man kenne sich schon länger. – Zumindest länger als nur ein paar Stunden.
Tiefe Emotionen, die uns alle verbanden, sich als Gänsehaut bemerkbar machten und tief ins uns etwas in Bewegung brachten. – Über sich und über andere.
Es gibt, so will ich meinen, nichts Lebendigeres als Sterben. Und darüber zu sprechen verbindet. – Denn wir alle stehen einem endgültigen Ende gegenüber.
Wir alle hatten ein Thema, das uns wichtig war, das wir nicht verdrängen wollten und wollen: Leben und Sterben.

Und das ist wichtig: denn sich mit dem Ende zu befassen, macht den Wert des Lebens nur umso deutlicher. – Und den Respekt, den wir ihm gegenüber zollen sollten.
Also zollen wir dem Lebenswert Respekt und verdrängen nicht die Sterbenden, sondern gehen mit offenen Herzen auf sie zu und lassen sie bewusst – ganz bewusst – Teil unseres Lebens sein.
- Sie als ein Teil unseres Lebens und wir als ein Teil ihrer Leben.

Bevor ich sterbe

Noch einmal sprechen
von der Wärme des Lebens
damit doch einige wissen:
Es ist nicht warm
aber es könnte warm sein.
Bevor ich sterbe
noch einmal sprechen
von Liebe
damit doch einige sagen:
Das gab es
das muss es geben.
Noch einmal sprechen
vom Glück der Hoffnung auf Glück
damit doch einige fragen:
Was war das
wann kommt es wieder?

Erich Fried

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