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Moritz Faust

Schüler
18

7. Juni 2012

35Billionen Momente

Wie wahrscheinlich war es eigentlich, dass ich geboren wurde? Bei 7 Milliarden Menschen auf der Erde treffen sich meine Eltern. Aus 35 Billionen Möglichkeiten für meine genetischen Merkmale werde ich. Mit meinen Ecken und meinen Kanten, mit meinen positiven Eigenschaften und denen, die anderen Menschen auf den Nerv gehen. Wenn dies so nicht passiert wäre, was wäre dann mit mir? Wo wäre ich – Der Moritz Faust? Würde dann jemand anderes Moritz Faust heißen und würde ich dies überhaupt mitbekommen oder wäre da ein Nichts? Einfach nur Schwarz und Stille. Wohin gehen wir?Ich denke, dahin, wo wir her kommen, gehen wir auch wieder zurück.

Diese Fragen hat das Workshop-Wochenende natürlich nicht beantwortet. Jedoch hat es mich zum erneuten Nachdenken über diese Fragen bewegt. Ich denke, jeder muss für sich eine Antwort finden, mit der er Leben kann. Ob diese religiös motiviert ist oder von irgendeiner Sekte stammt, ist egal. Die Hauptsache ist, sie macht dich glücklich und schränkt niemand Anderen in seinem Glauben und Leben ein. Das Wichtigste ist doch, dass man im Leben glücklich ist, und wer dazu einen Gott braucht, soll einen Gott haben.
Im 21. Jahrhundert bilden sich viele Menschen einen eigenen Glauben, und so habe ich, verstärkt durch das Workshop-Wochenende, einen Sinn in meinem Leben und in dem, was danach kommt, gesucht. Jetzt ist das Wochenende 4 Tage her und langsam begreife ich fürs Erste, dass es nicht darum geht, viel Geld zu verdienen, möglichst vielen Menschen nach dem Tod in Erinnerung zu bleiben oder besondere Dinge zu vollbringen. Nein, es geht darum, einen Platz auf der Welt zu finden, an dem ich glücklich bin, diese eine Aufgabe die mir Spaß macht und mich ausfüllt. Diese eine Aufgabe, die für mich, als einer von 7 Milliarden Menschen,der aus 35Billionen genetischer Variationsmöglichkeiten entstanden ist, bestimmt ist wurde.

2 Kommentare


Es ist beeindruckend, wie sehr eure Worte, allein beim Lesen eurer Texte, in mir wirken und mich bewegen können. Ich schätze es euch sehr hoch an, dass ihr so viele eurer ganz persönlichen Gedanken und Gefühle darzustellen vermögt. Ich selbst merke bereits jetzt, beim Verfassen eines einfachen Kommentares, die Schwierigkeit, die richtigen Worte zu finden, um euch und eure Werke zu achten und gleichzeitig dem Thema, mit dem ihr euch befasst, gerecht zu werden. Es ist für mich kaum vorstellbar, wie intensiv euer Workshop-Wochenende gewesen sein muss.
Moritz, dein Text lässt mich spüren, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod für dich weniger die Bewältigung der Angst vor dem Prozess des Sterbens bedeutet, als vielmehr die Wertschätzung und Findung der Bedeutung des Lebens. Das gefällt mir und so mag ich auch deinen Text ganz besonders. Auch, wenn es mir ein bisschen… ich weiß nicht… vielleicht Furcht bereitet, wie unwahrscheinlich es ist oder es war, dass ich lebe, dass wir leben, gibt es mir Mut, weiterzumachen und nach vorne zu schreiten im Leben. Möglicherweise könnte ich mein Gefühl eher als Ehrfurcht beschreiben, Ehrfurcht vor dem Leben, so wie Albert Schweitzer es bereits beschrieb. Doch Ehrfurcht, nicht nur vor meinem Leben, sondern vor jedem Leben, denn, wie du schon sagst, sollte man selbst glücklich werden, jedoch ohne jemand Anderen einzuschränken.
Danke, dass ihr mir ermöglicht, an euren Erfahrungen teilzuhaben, meine eigene Bedeutung und meinen eigenen Sinn in meinem Leben, den ich teilweise schon zu kennen glaube, zu bestätigen.
Und das, obwohl ich nicht dabei war.

12. Juni 2012 20:02

Letztendlich geht es jedem Menschen darum, wie du auch erkannt hast, sein eigenes Wohlbefinden zu steigern, was jedoch nicht mit direkt mit Hedonismus gleichzusetzten ist. Es ist faszienierend wie wenig Menschen zu dieser Erkenntnis kommen und nicht nur ihr Leben durch innere und äußere Zwänge negativ beeinflussen nur um diesen Zwängen gerecht zu werden.
Eines ist (fast) sicher, man vergangenes nicht ändern, vertane Momente bleiben, weswegen man glücklich sein kann zu solch einer Einstellung zu gelangen, wenn man erst einen relativ kleinen Teil des Lebens hinter sich gelassen hat, wobei man sich jedoch nie sicher sein kann, was wiederum zum Wert beiträgt.
Interessant ist das Gedankenexperiment weiter zu führen, was wäre wenn alles anders gelaufen wäre, wenn sich kleine Parameter im Leben ändern, wäre das immer noch ich, oder jemand, der mir nur genetisch gleicht? Was macht mich aus?

Ingesammt ein sehr schöner Text der deine Gedanken gut und verständlich darstellt und sofort selbst zum nachsinnen bewegt.
Ich wünsche dir noch eine weitere inspirierende Zeit und viele neue Erfahrungen bei diesem Projekt.

13. Juni 2012 21:02

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