Payday loans

Denise Bradl

Schülerin
18 Jahre

12. Juni 2012

Weltensprung

Ich stelle mir vor, wie der Moment ist, in dem ich Sterbe.



Der Moment, indem mein Körper an Spannung verliert, sich jedes meiner Glieder entspannt und ich los lasse. Die Sekunde, in der mein Gefühl verrinnt und ich nicht mehr ich bin.
Wie wird mein Körper, wie werde ich aussehen? Bin ich entstellt durch eine Krankheit?
Ich überlege mir,  was in meinem Kopf passiert. Was ich sehe, ob ich verlösche, ob ich…verpuffe und im Nichts versinke. Ich frage mich, ob es weh tut.

Das frage ich mich lange und umso mehr ich drüber nachdenke, umso mehr glaube ich, dass das was kommt nicht schmerzhaft sein kann. Ich habe das Gefühl, dass die Natur uns selbst vor dem Sterben schützt, dass das Einschlafen nicht grausam ist.

Eine Art Männchen, das in dem entscheidenden Moment durch unseren Kopf saust, stolpert und meine Aufmerksamkeit auf sich zieht.  Kopfkino, das mich nicht mitbekommen lässt, was mit mir passiert. Skuril, aber…ich denke, der Mensch ist nicht geschaffen, um am Wegesende in einen Abgrund zu fallen und den Aufschlag zu spüren.

Heute sah ich eine Frau, bei der ich das Gefühl hatte, sie läge entspannt in ihrer Welt. Der Körper noch hier, im Sterben vertieft – aber schmerzfrei. Mit irgendetwas beschäftigt. Etwas, was sie hinter ihren geschlossenen Augenlidern sieht, was ihr Entspannung gibt.
Wie gern wüsste ich, wo sie sich im Kopf aufhielt, in welcher Welt sie wandelte. Doch sie redete nicht mehr, still behütend, ihr Geheimnis, aber am Ende vermutlich mit diesem erleichternden kleinen Lächeln im Gesicht, das vielleicht sagt:
“So schlimm war es gar nicht”, “Jetzt gehts mir gut” oder “Man, hat es das Männchen beim Stolpern hart erwischt!”

Ob ich vom Sterben oder vom Tod Angst habe? Allmählich beginne ich, über beides für mich eine Meinung zu bilden.  ”Angst” rutscht in den Hintergrund.  Angst will ich nicht vor etwas Natürlichen haben. Dafür vertraue ich der Natur zu sehr.

Jetzt Kommentieren!