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Nora Maria Puls

Schülerin
17 Jahre alt

9. Juni 2012

Being – in which way?!

Ich hörte heute ungefähr hundert Mal das Wort „Tod“ von einem Lehrgangsleiter, der auf einem Rettungshubschrauber arbeitet. Es klang abgebrüht, selbstverständlich, alltäglich und vollkommen gefühlslos.
So wird in der Medizin der Tod ganz kalt als „im Anschluss an das Sterben auftretenden Zustand, in dem alle Lebensvorgänge eines Bioorganismus erloschen sind“ definiert.

Meiner Meinung nach trifft es jedoch diese Definition viel mehr:
„Der Tod als Ende des Daseins ist die eigenste, unbezügliche, gewisse und als solche unbestimmte, unüberholbare Möglichkeit des Daseins. […] Die ergriffene Endlichkeit der Existenz reißt aus der endlosen Mannigfaltigkeit der sich anbietenden nächsten Möglichkeiten des Behagens, Leichtnehmens, Sichdrückens zurück und bringt das Dasein in die Einfachheit seines Schicksals.“ – Heidegger

Aber muss das erst der Fall sein, wenn das Sein – nach Heidegger das Dasein vor dem bevorstehenden Tod – bereits eigetreten ist? Kann es nicht auch schon vorher der Fall sein? Kann man nicht schon vorher die Endlichkeit der Existenz wahrnehmen, spüren?
„Dasein“ in der „Einfachheit seines Schicksals“ ist es nicht genau das, was ich zur Zeit fühle? Und bei mir ist das Sein noch nicht eingetreten…

„Ich kann jeden Augenblick mein eigenstes Ich sein.“ – Heidegger

Nach Heidegger bedeutet das so viel wie ‚Ich kann jeden Moment sterben‘. Aber kann man es nicht auch anders interpretieren? Wenn ich jeden Augenblick mein eigenstes Ich sein kann, kann ich jeden Augenblick auf mein Ich beschränkt sein. Aber will ich das überhaupt? Auf mein Ich beschränkt sein. Das macht das Leben doch nicht lebenswert. Ich wäre bereit jeden Augenblick zu sterben. Ist es nicht genau das, was ich will? Bereit sein? Kann man das überhaupt -bereit sein? Bereit sein darauf, nicht mehr ich zu sein? Und ist es das, was ich will? Ich will jeden Tag nutzen lernen, aber will ich auch jeden Tag bereit sein?

Wenn ich jeden Augenblick bereit wäre, wäre dann nicht genau das eingetreten?:
„Wachsen und Reifen des Todes im Leben des einzelnen.“ – Simmel

Aber hat das als Konsequenz, dass ich bereit bin? Das kann doch auch so geschehen. Es würde mir eine Möglichkeit eröffnen anders zu leben.  Die Möglichkeit der Entfaltung, des Nutzens, des Lebens und des Daseins.

Des Daseins. Ja, jetzt bin ich da; aber wie ist es, wenn ich nicht mehr da bin? Bin ich dann noch ich?…

 

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