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Jule Serway

Bestattungsfachkraft
22 Jahre

14. Juni 2012

Nichts Neues für mich?

Mein Name ist Jule, ich bin 22 Jahre alt und von Beruf Bestattungsfachkraft.

Das heißt:
Ich kümmere mich um die Gestaltung und Organisation von Trauerfeiern/Beerdigungen, um die hygienische Versorgung und Einbettung von Verstorbenen, gestalte Todesanzeigen, Danksagungen und Trauerdrucksachen und spreche allem Voran natürlich auch mit den Angehörigen des Verstorbenen.

“Für dich ist das doch quasi dein Arbeitsalltag?“ ist eine häufige Reaktion, wenn ich anderen Menschen von meiner Teilnahme an diesem Projekt erzähle.

Allerdings ist es das nicht. Wenn ich in meinem täglichen beruflichen Leben mit Angehörigen spreche steht neben dem trauerpsychologischen Aspekt doch meist die Beratung, Organisation und Unterstützung der erforderlichen Tätigkeiten und Erledigungen im Vordergrund. Natürlich spricht man auch über die Gefühle und Ängste der Angehörigen, soweit diese sich öffnen, und versucht ihnen zu helfen, sie zu unterstützen.

Und dennoch ist es nicht mein Arbeitsalltag mit sterbenden Menschen und deren Angehörigen zu sprechen. Allein die Ausgangssituationen sind ganz verschieden.
In meinem Beruf habe ich in den meisten Fällen vor dem Eintritt des Sterbefalls keinen Kontakt zu der sterbenden Person. Die Angehörigen kommen auf uns zu, wenn der Sterbefall bereits eingetreten ist, oder ab und zu auch schon dann, wenn der Tod des Liebsten absehbar ist und sie sich vorab schon um die zahlreichen Formalitäten kümmern möchten. Oftmals aber tritt der Tod des Angehörigen völlig überraschend und unerwartet ein, sodass die Angehörigen keine Möglichkeit hatten sich darauf vorzubereiten, geschweige denn sich zu verabschieden und noch einmal zu sagen, was sie immer sagen wollten, aber doch zurückgehalten haben.

Im Projekt dagegen treffen wir auf einen Menschen, der weiß, dass er sterben wird und das in absehbarer Zeit. Auch die Angehörigen wissen darum und können sich so gut es eben geht auf diese Situation und den Abschied vorbereiten. Man macht sich bewusst, dass das Ende nah ist, sehr nah, greifbar.

Und dies war auch eine große Motivation für mich, mich für das Projekt zu bewerben.
Ich sehe es als große Chance, sowohl privat als auch beruflich, mir einen zweiten Blickwinkel auf das Thema Sterben und Tod zu ermöglichen.
Mit dem Tod komme ich klar. Er gehört zu meinem Alltag. Er ist ein fester Bestandteil meines Lebens und durch die tägliche Konfrontation mit dem Thema, habe ich auch keine Angst vor dem Tod.
Das Sterben ist für mich jedoch eher noch fremd.
Und so ist das Projekt eine gute Möglichkeit näher an das Thema Sterben heran zu kommen und mich damit intensiv auseinander zu setzen.
Um mich besser kennen zu lernen und auch um die Angehörigen in meinem Berufsleben noch besser verstehen zu können.

Dafür bin ich sehr dankbar!

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