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Katrin Vetten

Auszubildende zur Gesundheits und Krankenpflegerin an der Heinrich Heine Universitätklinik in Düsseldorf
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26. Juni 2012

Meine ganz persönliche Begegnung

Gestern war es nun soweit. Mit großer Nervosität betrat ich die Palliativstation. Ich war so unglaublich aufgeregt und gleichzeitig war da Neugier und Vorfreude. Was wird mich erwarten. Ich wurde wie immer in diesem Projekt sehr herzlich Empfangen und konnte erst einmal ankommen. Zuvor habe ich noch mit meinen mit Auszubildenden an einer Wirtschafts- Arbeit gesessen, die wir gestern auch einreichen mussten, für die Benotung. Ein ziemliches Kontrastprogramm an diesem Tag. Aus diesem Grund war es ganz gut, dass ich erst einmal Zeit für mich hatte. Obwohl ich mir keine Fragen zurechtlegen wollte dachte ich doch darüber nach, was ich fragen werde. Wie wird der Mensch sein dem ich begegne? Dann nahm ich mir mein Buch und versuchte mich ein wenig abzulenken. Dann war es so weit. Mir wurde gesagt wem ich begegnen werde. Ich werde mit dem Ehemann von einer schwer kranken aber dennoch lebensfrohen und aufgeschlossenen Frau sprechen dürfen. Zuerst bin ich mit dem Ehemann zu seiner Frau und ihrem Sohn gegangen um mich vorzustellen. Ich habe selten erlebt, dass mich ein Mensch in so einer kurzen Zeit so zum Staunen gebracht hat. Sie lag mit einem Strahlen in ihrem Bett und hat über viele Bücher die sie gelesen hat erzählt. Ich war nicht alleine, ein Projekt Mitglied hatte zuvor ein Gespräch mit ihr und danach mit ihrem Sohn geführt. Die beiden verstanden sich auf Anhieb, was mich sehr berührt hat. Dass ein junger Mensch einer Frau mit einer schweren Krankheit so schöne Momente ermöglichen kann fand ich super.
Ich stand an ihrem Bett und beobachtete sie. Was ist das für ein Mensch der da liegt. Ich lauschte dem Gespräch zwischen ihr und meinem Projekt Partner und war einfach nur erstaunt. Danke dass ich dabei sein konnte und sie kennenlernen durfte.
Dann ging ich mit ihrem Ehemann auf die Palliativstation und das Gespräch begann. Ich fand es super, dass wir schnell eine Gemeinsamkeit gefunden haben. Wir sind sozusagen Kollegen. Er hat auch an der Uniklinik seine Ausbildung gemacht wie ich jetzt. Dies hat direkt eine Verbindung hergestellt und alle Ängste und alle Bedenken waren wie weggeblasen. Besonders berührt hat mich seine Offenheit. Mir so viel von sich, seiner Frau, seinem Sohn, seinen Wünschen, Ängsten und Gefühlen die ihn grade und in den letzten Wochen umgeben haben zu erzählen, Danke. Ich habe gar nicht viel gefragt, was überhaupt nicht negativ war. Er hat mir einfach sehr viel erzählt. Was mich im Nachhinein auch ein bisschen stolz macht. Wir waren fremde als wir uns begegneten und am Ende verabschiedeten wir uns mit einer Umarmung. Es war eine sehr emotionale Erfahrung und erst jetzt wird mir bewusst was das Gespräch für mich war. Eine Familie bei der das Wir  im Vordergrund steht, nicht das Materielle, sondern das Reisen und das Zusammensein mit der Familie. Das Glücklichsein nur durch das Zusammensein und das genießen jeder freien Minute in einer Zeit die von Schnelllebigkeit und Stress geprägt ist, wunderschön.

Für mich nehme ich aus dem Gespräch mit, dass ich so leben werde wie ich es möchte wie ich es für richtig halte, egal ob man schief angeschaut wird oder um etwas kämpfen muss was man wirklich will, damit man es bekommt. Für mich war das Gespräch noch einmal die Chance mein eigenes Leben zu reflektieren und festzustellen ich lebe jetzt in diesem Moment, Pläne braucht man nicht immer. Man hat seine Wünsche und Träume,die sollte man auch nie aus dem Augenverlieren, aber alles Planen und immer zu wissen was kommt macht das Leben doch gleich viel Uninteressanter. Die Zeit so nutzen wie man meint das es für einen selbst gut ist, mit den Menschen die einem wirklich wichtig sind, in der Umgebung die einen berührt und zufrieden macht.

Ich wünsche der Familie Sch. alles Liebe und Gute und ich denken an euch und drücke euch die Daumen, dass alles so wird wie ihr euch das Vorstellt. Ich habe großen Respekt vor euch, das ihr mit mir, einer zu Beginn fremden so offen geredet habt. Vielen Dank dafür.

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