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Denise Bradl

Schülerin
18 Jahre

4. Juli 2012

Und dann ist es eine 4 Jährige, die dich sprachlos macht.

 ”Du hast mir schon Fragen gestellt, 
über Gott und über die Welt
und meist konnt ich dir Antwort geben.
Doch jetzt bringst du mich aus dem Lot
mit deiner Frage nach dem Tod…”
Reinhard Mey

 Du kannst dich in deine eigene Einstellung hinein fressen.
Du kannst dich in Sicherheit wiegen und glauben in deiner Mitte zu stehen.
Du kannst annehmen, vom Ungewissen nicht völlig überrascht zu werden.
Du kannst denken, du bist immer bereit.

Und dann?

Dann kommen Sätze aus dem Kindermund, die dich berühren. Die deine eigenen Fragen noch mal selbst aufwerfen, die dich vor Antworten stellen, die dir selbst nicht genügen, ja…die dich einfach sprachlos machen.

Es ist 21 Uhr. Seit einer halben Stunde übe ich mich in Geduld, während ich am Bett meiner Schwester wache und darauf warte, dass sie in einen ruhigen Schlaf verfällt. “Lass mich nicht allein”, lautet der Auftrag, den ich zu erfüllen gedenke. Ihre Unruhe fällt mir zwar auf, doch ahne ich nicht, dass sie aus dem kleinen Kopf kommt, in dem Gedanken wirbeln, an die ich gerade nun mal nicht denke. Nicht, wenn ich mit diesem kleinen erfüllten Wesen zusammen bin.

Dann bricht sie das Schweigen, ihre Gedanken sprudeln hervor.

“Müssen Kinder auch sterben?”

Ich bin überrascht. Schweige erst, sage dann: “Wie kommst du drauf?”

- “Naja, weil der Opa auch schon im Himmel ist… und ich will noch nicht.”

“Wenn du zumindest immer schön auf dich auf passt, dann musst du auch noch nicht.” …zumindest glaube ich das. Was sagt man auf sowas?

- “Und wenn die Oma stirbt…können wir dann für sie beten?”

“Ja, das kannst du. Und sie sieht im Himmel dann den Opa wieder. Und wir sehen irgendwann auch alle wieder, wenn wir in den Himmel kommen!”

- “Können wir nicht schon mal rauf klettern und kurz gucken?”

“Du meinst heimlich rein schauen? Ich glaube nicht, dass das schon geht!”

- “Hm…und wie sieht Gott aus?”

“Wie stellst du ihn dir denn vor?”

- “Hm…”

“Manche sagen, er hat einen Bart und sieht aus wie ein alter Mann in einem weißen Kleid!”

- “Ja? Na…ich glaub, da frag ich lieber mal die Mama!”

Sie lächelt, ich schließlich auch. Dann ein müdes: “Ich hab dich lieb!”, sie dreht sich um und schläft ein. Taucht ab in ihre eigene kleine Traumwelt, in der wir kurz in den Himmel steigen und den Opa besuchen können.

 

“Halb 11 und du kannst wieder mal nicht schlafen!
Zu groß sind die Gedanken für deinen kleinen Kopf.
Verirren sich, wie Schiffe ohne Hafen
im Ozean der Stille, wo nur dein Herz noch klopft.

 

Du weißt, dass der Mond am Himmel steht
die Erde sich um die Sonne dreht.
Und allen Sternen,
wurde ihre Bahn gegeben.
Wer immer sich all das ausgedacht,
er wird es behüten Tag und Nacht.
Und auch sein größtes Wunderwerk…
Dein kleines Leben
Rolf Zuckowski

 

 

wurde ihre Bahn gegeben.

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