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Nora Maria Puls

Schülerin
17 Jahre alt

7. Juli 2012

Freiheits-Beginn — Wüt-End

Letzter Schultag
Zeugnis
Charakterisierter Start in die Freiheit.
Feierei, Treffen mit Freunden – oder auch nicht.

Besuch
Besuch eines Daseins, welches nicht mehr lange da sein wird
Besuch meiner Gesprächspartnerin, erneut

 Keine Sprache
Aber Kommunikation
Gefühle: Freude, Trauer, Hilflosigkeit, Wut

 Rennen mitten in der Nacht
Warum?! War ich wütend?! Ja ?! Wütend darauf, dass es den Tod gibt – auch wenn mir klar ist, dass ein Leben ohne diesen nicht möglich wäre. Nein?! Vielleicht?!
Warum?! Spüren! Ja?! Mich spüren. Spüren, dass ich am Leben bin. Nein?! Vielleicht?!
Woher die Energie?! Keine Energiereserve, Energieaufbau! Ja?! Nein?! Vielleicht?!

Wassertropfen aus Regenrinne
Auf meinen Kopf, in mein Gesicht, in mein Auge – Schmerz
Kein Wassertropfen mehr – Abschied
Mitnahme: Mein Kopf war nass

Ein Kommentar


Liebe Nora,
Nur ganz , ganz kurz haben wir uns getroffen an diesem besonderen Freitag , im Hospiz.
Ich habe dir die Tür geöffnet und hatte sooo viele Fragen, die ich aber nicht stellen konnte, da die Kamera lief.Ich hatte gehofft, der Moment würde sich vielleicht noch ergeben…nach dem Dreh.Aber als mein Dienst endete, lief die Kamera immer noch. Schade!
Ich hätte dich gerne getröstet, dich unbekannterweise in den Arm genommen, dir gesagt, wie sehr ich deinen Mut bewundere, dich dem Thema Tod auf diese Art und Weise zu stellen.Und ich hätte dir so gerne gesagt, wie sehr mich der Brief angerührt hat, den du an H. geschrieben hast. Du hast innerhalb kürzester Zeit erkannt, worauf es ankommt in der Begleitung Sterbender!
Man gibt seine Wahrhaftigkeit, hört ehrlich zu und bekommt magische Momente zurück,
die man für niemanden so wirklich in Worte fassen kann!Das wird nie jemand verstehen, der solche Momente nicht selbst erlebt hat!
Es ist traurig, es macht dich wütend, man steht hilflos da….
Du gehst unter Menschen, erlebst deinen Alltag und denkst:” Mensch Leute, über was für nen Mist regt ihr euch auf????Das sind es die verbleibenden Sekunden nicht wert!”
Aber Nora, ich glaube, das ist die eigentliche Kunst…..wie kann ich diese Erfahrungen nutzen, um meine Sicht der Dinge zu bereichern, mein Leben trotzdem zu großen Teilen unbeSCHWERt zu leben?
Tod- Leben
Loslassen-Hoffnung
Kälte-Wärme
Hass-Liebe
Trauer-Freude
Das eine braucht das andere! Also nutze deine magischen Erfahrungen, sei stolz auf dich, renn hinaus und schöpfe vom Leben, auch wenn es mal völlig sinnlos scheint, Lebenszeit für gewisse Dinge zu “vergeuden” !Das eine geht eben nicht ohne das andere!
Und deshalb wird in unserem Hospiz die meiste Zeit gelacht!!!
Und auch H. hat am Freitag nachmittag noch ganz oft gelächelt, ganz strahlend! Auch als sie hörte, dass du zu Besuch kommen möchtest!Auf die Frage, ob es ihr recht sei, kam direkt ein klares “JA!”und ein strahlendes Lächeln!
Liebe Nora, ich würde dich gerne noch um die Erlaubnis bitten, aus deinem Brief an H. zitieren zu dürfen. Manchmal gebe ich Vorträge zur Kinder-und Jugendtrauer. Da wären einige Worte aus deinem Brief eine Bereicherung! Wäre dir das recht?
Ich bin mir nicht sicher, wer diesen Kommentar so lesen kann….lass es mich wissen, wenn du Lust hast!
Einen herzlichen Gruß an dich!
Anke Jumah

9. Juli 2012 18:52

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