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Stine

Masterstudentin Health Sciences

21. Dezember 2012

Stines Gespräch

Ein Kommentar


Stines Gespraech – eine subjektive Reflexion

Zuallererst muss ich wirklich sagen, dass mich das Gespraech sehr beeindruckt hat, da ich es so in dieser Form nie erwartet haette – und zwar im positiven Sinne !
Grund dafuer ist meiner Meinung nach allerdings nicht die Interviewerin, sondern die Patientin selbst. Sie ist ein Zeugnis dafuer, dass Menschen auch am Lebensende, mit der Gewissheit des nahen Todes, menschenwuerdig , vorbereitet und in Frieden mit sich selbst und seiner nahen Umwelt dem Tod entgegen sehen kann. Sie merkt im Gespraech ausdruecklich an, dass Sie alles geregelt hat und keine Probleme hinterlaesst. Dies ist und war Ihr wohl sehr wichtig. Diese Moeglichkeit kann und muss die Palliativmedizin sich als Aufgabe stellen, diese Aufgaben die Patienten erledigen zu lassen, denn so wie dieser Dame kann es wohl auch sehr vielen Anderen gehen.
Auch die Befassung mit dem Thema Tod durch die Lektuere eines Buches, das sich mit diesem Thema befasst, hat Ihr wohl sehr viel gegeben. Sie sagt selbst, dass es Ihr die Angst vor dem Tod genommen hat. Im Verlauf des Gespraeches wird es sogar humorvoll und die Patientin lacht und freut sich mit der Interviewerin. Die Tatsache, dass Sie Ihren Freunden und Angehoerigen nur schwer erklaeren konnte, dass Sie sich nun in einem Hospiz befindet, liegt nicht an Ihr, sondern an Ihrer Sorge um die Anderen. Dies ist hier wohl die zentrale Botschaft, die Sorge um die, die Sie hinterlaesst, dass alles geregelt ist und seinen Gang weiter geht. Dies gibt Ihr die Ruhe und Zufriedenheit, auch hat Sie sich selbst nichts vorzuwerfen, sie ist niemandem etwas schuldig und hinterlaesst auch keine Probleme.
Es ist fuer mich schwer zu erkennen, was Ihr wirklich schwer faellt. Es waren hin und wieder ein paar Traenen zu erkennen, aber es konnte den positiven Gesamteindruck nicht beeinflussen.
Zur Interviewerin moechte ich natuerlich auch ein paar Saetze verlieren.
Ich denke, es war fuer Sie gar nicht sehr schwierig, da Sie auf eine sehr gut vorbereitete Patientin getroffen ist. Das soll aber nicht darueber hinwegtaeuschen, dass Sie das Gespraech sehr gut und vor allem mit der noetigen Empathie gefuehrt hat. Eine angenehme, ruhige Stimme in einem ruhigen Ambiente macht mit Sicherheit sehr viel aus, damit ein Gespraech so verlaeuft wie es verlaufen ist. Auch hat Sie sich getraut in einigen Augenblicken einfach mal Stille zu halten, was kein Zeichen von Schwaeche oder Unwissen, sondern von mir als empfundene Aufmerksamkeit verstanden wurde. In den richtigen Augenblicken zur rechten Zeit. Zwar hatte Sie wohl schon vor, etwas mehr von der Patientin zu erfahren, wie der Verlauf nach Bekanntgabe der Diagnose war, aber sie hat dann sehr schnell bemerkt, dass dies nicht sehr viel bringen wuerde und ist etwas in Ihrem Stil umgeschwenkt und hat sich mehr auf das “Jetzt und Hier“ beschraenkt. Schoen war die Bemerkung, dass der Tod zum Leben gehoert, und wer von uns weiss denn schon, was danach kommt ???
Es hat einfach sehr gut gepasst, die Interviewerin und die Patientin, das Ambiente, das offene Gespraech. Ein tolles Beispiel, was nicht zuletzt auch mit Hilfe von Palliativmedizin geleistet werden kann. Denn das hoechste Gut ist die Wuerde des Menschen, und wir sollten alles dafuer tun, diesen Menschen auch in Ihrer letzten Phase diese Wuerde zukommen lassen.
Beeindruckend
Dirk Geyer, 10. Semester Medizin

16. Juni 2013 17:24

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