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16. November 2012 Denise Bradl

Denises Gespräch

14. November 2012 Jan Schmitz

Jans Gespräch

12. November 2012 Ria W.

Rias Gespräch

8. November 2012 Jule Serway

Der Wert des Verabschiedens

Wie wertvoll ist es, einen geliebten Menschen im Sterben begleiten zu können bis zum Schluss, ganz bewusst und in aller Ruhe.
Wie wertvoll ist es, wenn man Zeit hat noch einmal alles zu sagen, was man sich zuvor vielleicht nie zu sagen wagte und was man schon immer einmal loswerden wollte.
Wie wertvoll ist es, wenn man die Möglichkeit hat schließlich „Leb wohl!“ zu sagen, die Möglichkeit hat zu sagen „Du hast es geschafft, du kannst jetzt loslassen, du kannst nun gehen. Es ist okay.“

Das ist wohl eines der wertvollsten Dinge auf der ganzen Welt!

Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich mit dem unfassbaren Schicksal einer Familie konfrontiert.
Diese Familie hatte nicht die Gelegenheit all das oben beschriebene zu tun. Zumindest nicht, als ihr Liebster noch am Leben war.
Es passierte von jetzt auf nachher, durch ein unfassbares Unglück. Von einer Minute auf die Nächste war er nicht mehr in ihrem Leben.
Der Ehemann und Vater, der Sohn und Schwiegersohn, der Bruder, Schwager und Onkel.
Auf einmal war er nicht mehr da.

Mit einem solchen Schicksal konfrontiert, erscheinen einem die eigenen Sorgen und Probleme auf einmal so belanglos, ja fast schon lächerlich..
Wir sollten wirklich jeden Tag dankbar dafür sein unsere Lieben um uns haben zu können und ihnen das immer wieder deutlich machen und sagen.

Denn nicht immer haben wir die Gelegenheit, oder sollte ich vielleicht besser sagen das Glück „Leb wohl!“ zu sagen, die Möglichkeit zu sagen „Du hast es geschafft, du kannst jetzt loslassen, du kannst nun gehen. Es ist okay.”

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5. November 2012 Jan Schmitz

‘Du kannst jetzt aufhören!’

Die Vorbereitungen laufen, Kabel werden entrollt, Geräte angeschaltet. Von draußen höre ich Hektik, ein mechanisches Piepen nähert sich, um die Ecke sehe ich eine Vielzahl von Menschen um eine Trage stehen, gehen, angespannt. Umlagern. Da liegt er vor mir. Ein Mann mittleren Alters, blass. Die Haare blutverschmiert, klebend. Die Augen aufgerissen. Mein Blick wandert nach unten. Aufgeschnittene Kleidung, aufgeblähter Oberkörper. Blass. Ich bin überfordert, weiß nicht, was ich machen soll. Alles geht wie von selbst. Immer mehr Menschen betreten den Raum und fummeln an dem einen Menschen rum. Übergabe. Auto gegen Fahrradfahrer. ” Jan, du drückst jetzt!” Ich drücke, unzählige Male an einer Puppe ausprobiert und doch so anders. Ich drücke, lasse mich abwechseln, drücke weiter. Ich funktioniere als Teil der ganzen Maschinerie. Der Maschinerie, die inzwischen im Blut steht. Ich drücke weiter und weiter….  ”Jan, du kannst jetzt aufhören!” Ich höre auf. Ich starre den Mensch, der vor mir liegt, an. Im Hintergrund verschwinden die ganzen Menschen so schnell, wie sie erschienen sind. Ich gucke, kann es nicht so recht fassen. Da liegt ein Mensch, mit seiner ganzen Lebensgeschichte vor dir, im Hintergrund Menschen, die sich die Handschuhe ausziehen und den Raum verlassen. Ich starre, und der Moment wird immer surrealer. -Wer liegt da vor dir? Ein Mensch, was hat er erlebt in seinem Leben, war er zufrieden mit seinem Leben?Was ist nun? Ist es nur eine Hülle? Ist die Seele schon weg? Entweicht sie gerade? - Schichtende, ich verlasse das Krankenhaus, bin irgendwie verwirrt. Was ist da gerade eigentlich passiert? Am liebsten würde ich die bestehende Verabredung mit meinen Freunden absagen. Ich brauche Zeit um nachzudenken über das, was da gerade passiert ist. Da sitze ich in der üblichen Runde, im Hintergrund das pure Leben. Menschen, die sich gegen den Lärm der Musik miteinander unterhalten. Ich denke mir “meine Güte, liegen Leben und Tod nah beieinander. So schnell kann es gehen.”

-Irgendwie ist die Seele schon weggewesen, als der Mensch herein kam. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich hab es irgendwie gespürt.-
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