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3. September 2012 Julia Altreuther

Wake up, Alice dear!

Heute war ein Tag wie jeder, bis jemand durch die Türe kam und sagte: „Es ist etwas schreckliches passiert. Es gab einen Unfall. Eine ältere Dame ist mit ihrem Wagen in eine Apotheke gefahren und hat mehrere Menschen verletzt, darunter wohl auch Kinder. Einige sind schwer verletzt, aber genaueres weiß man noch nicht.”

In der Schule: Schweigen, alle sind mit sich selbst beschäftigt. Unser aller Gedanken waren wie durch eine Explosion durcheinander gebracht worden. Niemand hat damit gerechnet. Warum sollte man sich auch Gedanken darüber machen?! Es betrifft einen ja nicht, oder etwa doch? Diese Frage schienen einige sich dann doch zu stellen und zückten ihr Handy um bereits aufgeregten Familienmitgliedern und Freunden ihre Unverletztheit  zu versichern. Doch was ist mit den Menschen die betroffen sind? Sie werden aus ihrer Welt gerissen.

Immer noch schwebt mir dieser Satz im Kopf: „Es waren auch Kinder betroffen.” Diese Kinder hatten wohl möglich in der vorletzten Woche ihren ersten Schultag. Vielleicht sind sie auch noch etwas betrübt gewesen, weil sie sich mit der gesamt Situation noch nicht anfreunden konnten. Diese Kinder wurden heute aus ihrem Alltag gerissen, ohne sich wahrscheinlich je einen Gedanken über eine derartige Situation zu machen. Warum auch man lebt ja?

Mir ist heute noch einmal vor Augen geführt worden, wie schnell das Leben vorbei sein kann, beziehungsweise sich verändern kann. Es muss nicht viel passieren. Ein Fehler, wie ein kurzes Telefonat während der Autofahrt mit der besten Freundin oder dem besten Freund reichen aus um das Leben vieler Menschen vom Grund auf zu verändern. Welche Verantwortung haben wir, habe ich, bei meinem Handeln?

Schock! Was kann ich tun? Ich möchte helfen – bin zum Nichts tun verdammt!  Beten!

Was geschieht mit der Fahrerin? Wie kann sie mit dieser Schuld leben? Beten, auch für sie!

Ich kann nicht mehr klar denken…

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23. August 2012 Indra Paas

Ich bin wieder hier.

Ja, ich bin wieder da.
Die letzte Zeit war absolut turbulent, ich bin etwas durch die Weltgeschichte gereist, kaum zur Ruhe gekommen. Aber irgendwie doch.
Die letzte Zeit war eine gute um mich selbst zu finden, ohne die Einflüsse in der Schule da ich das Abitur ja endlich hinter mir habe :)

Ich hatte also eine schöne Zeit…

Aber ich konnte mir auch viele Gedanken zu unserem Projekt machen, habe überall wo ich war mit den unterschiedlichsten Menschen darüber gesprochen und alle gaben mit neue Ideen, neue Gedanken, so dass ich tatsächlich in der Lage war ein differenziertes Bild zu machen. Doch eigentlich ist das einzige was ich momentan wirklich weiß, das der Tod zum Leben gehört wie…das Licht zum Schatten.

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22. August 2012 Jule Serway

Sterben mal anders…

Der Tod kann auch freundlich kommen,
zu Menschen, die alt sind,
deren Hände nicht mehr festhalten wollen,
deren Augen müde werden,
deren Stimme sagt:
Danke, es ist genug.
Das Leben war schön.

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13. August 2012 Stella Wagner

EIN SINN UND EINE BOTSCHAFT NAMENS HUMOR

Das Gespräch ist vorüber, ich sitze an einem kleinen Tisch im Wohnzimmer des Hospiz und vor mir stehen kleine Schokopralinen.
Ich beobachte die Pralinen, eine ist cremeweiß eine zartbitterbraun, bis Frau Schröer, unsere Begleiterin wieder an meinen Tisch kommt.
Sie erzählt, dass sie noch kurz mit dem Sterbenden Herr über unser Interview gesprochen hat und dann erzählt sie mir von der Botschaft des Patienten.

Im ersten Moment, fühle ich mich schlecht, da ich den Sterbenden nicht danach gefragt habe, aber dann verspüre ich das Bedürfnis ihn noch einmal danach zu Fragen, seine Botschaft zu hören und sie weiter zu tragen.
Als alle Mitglieder des Teams sich verabschieden, nehme ich die Pralinenschale von dem Tisch und begebe mich zu dem kleinen Raucherraum. Ich klopfe an und der Herr, mit dem ich vor ein paar Minuten über den Prozess des Sterbens gesprochen habe, bittet mich herein.
Es ist eine sehr besondere Stimmung, die Luft riecht nach Rauch und ist dicht, doch eine gewisse Schwerelosigkeit mischt sich unter.
Ich gebe dem Herren die Pralinen und er ist erfreut über die Kalorienbomben, wie er sie nennt.
Er ist erschöpft von dem langen Gespräch aber er scheint zufrieden.
Wir spaßen etwas über die Schokolade und dann muss ich ihn einfach noch einmal fragen.
Ich erzähle, dass mir Frau Schröer von seiner Botschaft erzählt hat und gestehe ihm, dass ich völlig vergessen habe im Interview danach zu fragen.
Und er wiederholt sie für mich, für uns.
,, Weist du meine Botschaft ist einfach, der Humor stirbt zuletzt ”
Was trägt diese Botschaft mit sich welche Kraft besitzt sie? Ich grüble in den nächsten Tagen und Wochen viel darüber nach, aber sobald ich die Botschaft zu theoretisch betrachte, verheddere ich mich nur in philosophischen Definitionen.
Ich muss die Botschaft also mit dem Leben verknüpfen, mit dem Spaß den wir haben, den Witzen die wir machen, der Komik die auftaucht.
Humor ist Lebendigkeit, eine Lösung von der Verkrampfung. Ich denke er hilft Distanz zu finden, er ermöglicht ein Gleichgewicht zwischen Trauer und Lebenslust.

Und warum sollen wir die Lebenslust im Prozess des Sterbens verlieren? ist es nicht die Kraft welche diese Schwerelosigkeit in den kleinen Raucherraum führte, die Situation ertragbar machte, sowie diese wunderbare Komik von Schokopralinen, Kalorienbomben, Zigaretten und das Gespräch über das Sterben.

Wenn ich zurück blicke, dann merke ich das der Sinn für Humor in unserem Gespräch mitgewirkt hat, wir sprachen viel über die schwingenden: ,,Jona-Singers”, den Gospelchor des Herrn und über die gelbe Zeichentrickfigur Tweety. Wir mussten lachen und schweigen und ernst sein, aber der Humor war zu spüren und er half uns das Gespräch weiter zu führen.

Im Moment glaube ich, das eine Kommunikation am Lebensende ohne Humor nicht lebendig ist und das sie, wenn der Humor stirbt, auch erlischt.

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20. Juli 2012 Nora Maria Puls

Linse mit Wasser

Auf einer Fotolinse lag ein Wasserfilm. In diesem Wasserfilm gab es kleine Luftbläschen, die mir immer wieder erlaubten mal hindurch zu linsen auf und durch die Linse.

Der Zeitpunkt war gekommen, all diese kleinen Einblicke zusammenzufassen und daraus etwas vorläufig Ganzes zu formen.

Langsam, ganz langsam durch Ereignisse, deren Reflektion und Denkarbeit verschwinden seitdem immer mehr Wassertropfen. Ein immer größeres Stück Linse wird frei.
Manchmal verschwindet nur ein Wassertropfen, manchmal keiner, manchmal kommt einer wieder hinzu. Und manchmal verschwinden drei auf einmal und durch die Linse wird etwas ganz anderes sichtbar, als es vorher der Fall war.

Diese Linse wird nie befreit sein von Wassertropfen. Es wird Zeiten geben, da wird sie wieder voller sein und Zeiten, da ist sie leerer. Aber der Versuch sie ein Stück mehr freizulegen, sie frei zu halten und somit einen kleinen Blick durch diese Linse zu erhaschen, aber auch eine Zunahme von Wassertropfen zu zulassen wird bestehen bleiben.

Denn sie ermöglicht mir so zu leben, wie ich es mir wünsche.

 

Eine Linse mit Wassertropfen. Eine treffende Metapher für meine Einstellung. Die Einstellung, die Ziel dieses Projektes ist. Die reflektierte Einstellung bzw. Haltung zum Lebensende. Das Lebensende, der Tod als zu Sehendes hinter der Linse.
Aber nicht nur das. Auch eine treffende Metapher für meine Sicht auf mich selbst.

Ein Teil des Hintergrunds ist ein Telefonat mit einer Freundin, bei dem sie äußerte, was sie schon länger beschäftigte: „Nora, das Projekt hat bei dir so viel angestoßen, hat bei dir so viele Spuren und Gedanken hinterlassen, aber ich habe das Gefühl ich komme einfach nicht mit.“ Ich: „Da bist du nicht die Einzige, ich komme selbst nicht mit. Aber ich verspreche dir, bei einer einigermaßen klaren Sicht lasse ich dich an ihr teilhaben.”
Das, was meine Freundin meinte, war die Arbeit mit den Wassertropfen. Nur sie nahm an, dass ich schon durch die Linse hätte blicken können.

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